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Das Risikomanagement der BASF hat das Ziel, Risiken frühestmöglich zu identifizieren und zu bewerten, durch geeignete Maßnahmen geschäftliche Einbußen zu begrenzen sowie eine Bestandsgefährdung des Unternehmens zu vermeiden. Darüber hinaus nutzen wir die Bewertung von Chancen und Risiken als Instrument der strategischen Planung.
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Organisation, Zuständigkeiten und Instrumente
 Regelmäßige Risikobetrachtungen werden durchgeführt vom Chief Compliance Officer und von den Einheiten:
- Corporate Controlling
- Environment, Health & Safety
- Finance
- Global Procurement & Logistics
- Human Resources
- Legal, Taxes & Insurance
- Strategic Planning & Controlling
Spezifische Einzelrisiken der Unternehmens- und Fachbereiche werden fortlaufend zentral erfasst, bewertet und verfolgt. Über definierte Kommunikationslinien wird die Risikosituation der BASF-Gruppe regelmäßig an den Vorstand berichtet. Wir überwachen permanent bestimmte Risikofelder mit Hilfe von Kennzahlen und Indikatoren und berichten unmittelbar bei Erreichen definierter Risikoschwellen. Der Vorstand wird in monatlichen Berichten über die gegenwärtige und erwartete Geschäftsentwicklung sowie die aktuelle Bewertung von Chancen und Risiken informiert. Strategische Chancen und Risiken werden in den regelmäßig überprüften Produktbereichs- und Regionalstrategien bewertet und gegeneinander abgewägt.
Unser Risikomanagementprozess wird fortwährend weiterentwickelt. 2007 haben wir ein neues IT-System zur quantitativen Erfassung und Aggregation von Chancen und Risiken implementiert. Außerdem erarbeiteten wir eine neue Methode zur detaillierten Analyse von Chancen und Risiken aus Rohstoffpreis-Volatilitäten unter Berücksichtigung der Wertschöpfungsketten im Verbund.
Corporate Audit prüft fortlaufend die Funktionsfähigkeit und Effektivität des Risikomanagementsystems sowie dessen kontinuierliche Weiterentwicklung und Integration in die Geschäftsprozesse. Die Prüfung des Risikofrüherkennungssystems ist außerdem Teil der Jahresabschlussprüfung.
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Interne Kontrolle
 Corporate Audit ist im Auftrag des Vorstands in allen Bereichen der BASF-Gruppe tätig und prüft
- die Einhaltung von Direktiven, Richtlinien, Genehmigungsgrenzen und wettbewerbsrechtlichen Regeln,
- die Sicherung der Vermögenswerte und das Erreichen einer angemessenen Rentabilität auf das eingesetzte Kapital,
- die Organisation und ihre Prozesse auf Effizienz, Effektivität und Ordnungsmäßigkeit,
- die Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Risikomanagements und
- die Zuverlässigkeit der Berichterstattung.
Zu den Grundbestandteilen der internen Kontrolle gehören allgemeine Prinzipien der Risikovorbeugung, wie etwa die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip. Daneben haben wir Richtlinien eingeführt für Kurssicherungsmaßnahmen, Geldanlagen und den Einsatz derivativer Finanzinstrumente zur Absicherung gegen Preis- und Marktrisiken oder als Ersatz für originäre Finanzinstrumente.
Die unter den Vorgaben des Sarbanes-Oxley Act eingeführte Beurteilung der internen Kontrollen in der Finanzberichterstattung haben wir im Jahr 2007 erneut durchgeführt und unsere Vorgehensweise noch effizienter gestaltet. Die Selbstbeurteilung durch das Management bestätigte die Effektivität des Kontrollsystems. Auch nach dem Delisting der BASF von der NYSE und der Deregistrierung bei der amerikanischen Börsenaufsicht werden wir die Beurteilung der internen Kontrollen in der Finanzberichterstattung fortführen.
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Risikocontrolling
 Das zentrale Risikocontrolling ist Aufgabe der Zentralbereiche Strategic Planning and Controlling sowie Finance. Sie informieren den Vorstand regelmäßig.
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Zentrale Systeme
 Der Zentralbereich Strategic Planning and Controlling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden, und entwickelt die Methoden und Ansätze weiter. Er ist verantwortlich für die weltweite Kommunikation mit den operativen Einheiten, Zentralbereichen, Kompetenzzentren sowie den Regionalbereichen und koordiniert die konzernweite Erfassung aller für die BASF wesentlichen Risiken sowie deren systematische Bewertung nach einheitlichen Maßstäben. Die geschäftliche Verantwortung liegt bei den 14 Unternehmensbereichen der BASF-Gruppe. Das operative Risikomanagement ist in diesen Einheiten verankert. Zusätzlich haben wir in den Kompetenzzentren und Regionalbereichen ein dezentrales Risikocontrolling eingerichtet.
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Finanzwirtschaftliche Risiken
 Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken erfolgt in der Treasury-Abteilung der Konzernzentrale oder in dazu ermächtigten Gruppengesellschaften. Für den Umgang mit finanzwirtschaftlichen Risiken bestehen detaillierte Richtlinien und Vorgaben, die unter anderem eine Funktionstrennung von Handel und Abwicklung vorsehen.
Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken: Diese Risiken werden durch derivative Instrumente abgesichert.
Risiken aus Commodity-Positionen: Im Zusammenhang mit dem Katalysatorengeschäft hält die BASF große Positionen an Basis- und Edelmetallen, deren Wert der Volatilität der Marktpreise ausgesetzt ist. Diese Positionen können auch derivative Instrumente umfassen. Sie werden innerhalb festgelegter Limits und Exposure-Grenzen eingegangen und unterliegen einer ständigen Kontrolle.
Liquiditätsrisiken: Risiken aus Zahlungsstromschwankungen erkennen wir frühzeitig im Rahmen unseres Liquiditätsplanungssystems. Über die Begebung langfristiger Anleihen stellen wir ein ausgewogenes Schuldenrückzahlungsprofil sicher und reduzieren Refinanzierungsrisiken. Auf Grund unserer guten Ratings, des laufenden Commercial-Papers-Programms sowie von Banken verbindlich zugesagter Kreditlinien können wir jederzeit auf umfangreiche liquide Mittel zurückgreifen.
Bonitäts- oder Ausfallrisiken: Länderrisiken begrenzen wir durch interne Länderratings, die fortlaufend an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden. Als Hauptinstrumente zur Absicherung gegen spezifische Länderrisiken setzen wir Ausfuhrkreditversicherungen und Investitionsgarantien ein. Kreditrisiken für unsere Geldanlagen mindern wir, indem wir nur Transaktionen im Rahmen festgelegter Limits mit Geschäftspartnern und Banken guter Bonität tätigen. Auch der Zahlungsverkehr wird über solche Banken abgewickelt. Ausfallrisiken für den Forderungsbestand reduzieren wir, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten der Kunden ständig überwacht und entsprechende Kreditlimits festgelegt werden. Zudem werden Risiken durch Kreditversicherungen und Bankgarantien begrenzt.
Pensionsverpflichtungen: Betriebliche Pensionszusagen finanzieren wir überwiegend extern durch gesonderte Pensionsvermögen. Dies betrifft neben den Pensionsplänen unserer Gruppengesellschaften in Nordamerika insbesondere die BASF Pensionskasse VVaG und die BASF Pensionstreuhand e. V. in Deutschland. Risiken einer Unterdeckung der Altersversorgungssysteme durch marktbedingte Wertschwankungen der Vermögensanlagen begegnen wir durch speziell auf die jeweilige Struktur der Pensionsverpflichtungen ausgerichtete ertrags- und risiko-optimierte Anlagestrategien. Außerdem werden den Mitarbeitern zunehmend beitragsorientierte Pläne angeboten.
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Beschaffungsmarktrisiken
 Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Einsatzstoffen, insbesondere von erdölbasierten Chemikalien und Edelmetallen, stellen für die BASF ein Risiko dar. Deshalb haben wir im Jahr 2007 eine Methode implementiert, um die Chancen und Risiken aus Rohstoffpreis-Volatilitäten im Hinblick auf die Wertschöpfungsketten im BASF-Verbund aktuell abbilden zu können und entsprechende Steuerungsmaßnahmen einzuleiten. Wir verringern unsere Risiken durch die Diversifizierung unseres Portfolios vom Öl-und-Gas-Geschäft bis hin zu hochveredelten Produkten. Wichtige Beiträge zur Risikominderung sind unsere weltweiten Einkaufsaktivitäten, langfristige Bezugsverträge und eine Diversifizierung unserer Lieferanten sowie optimierte Verfahren zum Kauf zusätzlicher Rohstoffmengen auf den Spotmärkten. Verbleibende Kostenrisiken mindern wir durch Warenderivate. Mittel- und langfristigen Risiken aus einer sich ändernden Rohstoffsituation begegnen wir durch die Entwicklung neuer Technologien.
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Absatzmarktrisiken
 Zusätzlich zu den Risiken aus der Entwicklung der Gesamtkonjunktur stellen Nachfrageschwankungen wichtiger Abnehmerbranchen sowie der Wettbewerb in den Absatzmärkten naturgemäß weitere Risiken dar. Diesen begegnen wir durch operative Maßnahmen: von einer engen Zusammenarbeit mit den Kunden bis hin zur Entwicklung maßgeschneiderter Systemlösungen. Hinzu kommen strategische Maßnahmen, wie die geographische Diversifizierung, die kontinuierliche Entwicklung innovativer Produkte und Systeme und ein aktives Portfoliomanagement. Im Mittelpunkt steht hierbei die Diversifizierung unseres Portfolios und der kontinuierliche Fokus auf konjunkturstabile Geschäftsbereiche. Letzteres zeigt sich beispielsweise in den Akquisitionen in den Bereichen Katalysatoren und Bauchemikalien. Weitere Beispiele für eine kontinuierliche Portfoliooptimierung sind der Tausch von Vermögenswerten mit Gazprom und die geplante Veräußerung von Teilen des Geschäfts mit Styrolkunststoffen.
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Konjunkturrisiken
 Konjunkturelle Risiken bestehen in einem weiterhin hohen Ölpreisniveau sowie für die globalen Märkte in einem zunehmenden Ungleichgewicht der Wechselkurse. Auf der Produktionsseite begegnen wir Wechselkursrisiken durch unsere lokalen Produktionsstandorte. Marktseitig besteht aber ein Risiko durch unsere Abnehmerbranchen. Die Probleme am US-Immobilien- und Finanzmarkt haben negative Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und den privaten Konsum. Es besteht das Risiko, dass die Kreditkrise in eine längere Vertrauenskrise abgleitet. Ein Anstieg der Kreditzinsen hat Auswirkungen auf zinssensitive Abnehmerindustrien wie die Bau-, Automobil- und Investitionsgüterindustrie. Das Ausmaß der globalen Auswirkung einer sich verschärfenden US-Finanzkrise ist schwer abzuschätzen, kann aber erheblich sein. Risiken gehen weiterhin von einer Verschärfung geopolitischer Spannungen und einer Destabilisierung derzeit politisch stabiler Systeme aus.
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Regulierungsrisiken
 Am 1. Juni 2007 trat die neue europäische Chemikalienverordnung REACH in Kraft, mit der neue Regelungen für die Registrierung, Bewertung und Zulassung chemischer Substanzen eingeführt wurden. Die BASF ist durch ihre vernetzte Aufstellung und ihr umfangreiches Produktportfolio eines der am stärksten betroffenen Unternehmen. BASF ist sich der Anforderungen bewusst und hat bereits vor Jahren mit der Vorbereitung auf REACH begonnen. Unter REACH wird die BASF etwa 2.500 Stoffe registrieren lassen. Bis zum Abschluss der Implementierung im Jahr 2018 rechnen wir mit Aufwendungen in Höhe von rund 50 Millionen € pro Jahr. Trotz guter Vorbereitung und Planung besteht das Risiko, dass wir und unsere europäischen Kunden gegenüber den außereuropäischen Wettbewerbern durch die kostenintensiven Test- und Registrierungsverfahren benachteiligt werden.
Im Rahmen des EU-Emissionshandels wurden der BASF-Gruppe Emissionsberechtigungen für das Jahr 2007 zugeteilt. Für ihre in Europa betroffenen Anlagen zur Energieumwandlung und -umformung erhielt sie Berechtigungen für etwa 7 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2). In der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 wird europaweit auch ein Teil der Chemieanlagen in den Emissionshandel einbezogen werden. Darüber hinaus führt der verstärkte Druck der EU-Kommission zu erhöhten Reduktionsvorgaben, wodurch Zusatzkosten für die BASF entstehen können.
Das Antragsverfahren für die Zuteilung der Emissionszertifikate in der zweiten Handelsperiode läuft gegenwärtig. Eine Entscheidung der Behörde steht noch aus.
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Sonstige wesentliche Risiken
 Forschung und Entwicklung: Wegen der hohen Komplexität und Unsicherheit chemischer und biologischer Forschung besteht das Risiko, dass Projekte nicht fortgeführt werden oder dass für entwickelte Produkte die Zulassung zur Vermarktung nicht erteilt wird. Dieses Risiko mindern wir durch unseren weltweiten Wissensverbund, die Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden sowie durch unseren Innovationsprozess, bei dem Effizienz, Erfolgschancen und Rahmenbedingungen der Forschungsprojekte fortlaufend überprüft werden.
Risiken aus Akquisitions- und Investitionsentscheidungen: Akquisitions- und Investitionsentscheidungen beinhalten in ihrer Umsetzung komplexe Risiken. Umsetzung und Nachkontrolle erfolgen deshalb nach festgelegten Prozessen. Die Risikobewertung der 2006 akquirierten Geschäfte wurde in den BASF-Risikomanagement-Prozess integriert; dabei liegt der Fokus auf den jeweils geschäftsrelevanten Risikofeldern.
Explorationsrisiko: Die Suche nach neuen Erdöl- und Erdgasreserven ist abhängig von geologischen Voraussetzungen. Durch ein ausgewogenes Explorationsportfolio mindern wir das Risiko.
IT-Risiken: Um mögliche Risiken zu reduzieren, verfügt die BASF über integrierte, gruppenweit standardisierte IT-Infrastrukturen und Anwendungen, Back-up-Systeme, Spiegeldatenbanken, Viren- und Zugangsschutz sowie Verschlüsselungssysteme. Risikomanagement erfolgt dabei über einheitliche Regeln bei Organisation und Anwendung sowie ein darauf aufbauendes internes Kontrollsystem.
Patentrisiken: Die Abteilung Global Intellectual Property der BASF SE überwacht zusammen mit den entsprechenden Einheiten der BASF Corporation, USA, und der BASF Coatings, Münster, die gesamten geistigen Eigentumsrechte der BASF. Zugleich streben wir durch umfangreiche Abgrenzungsrecherchen an, Patent- und Lizenzkonflikte weitestgehend zu vermeiden.
Fach- und Führungsnachwuchskräfte: Der demografische Wandel und der internationale Wettbewerb um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte sind neue Herausforderungen für die Personalarbeit. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben wir regionale Projekte zur Analyse lokaler Arbeitsmärkte und für eine mittel- bis langfristige Rekrutierungsplanung initiiert.
Corporate Security: Vorkehrungen zum Schutz der BASF vor weltweiten Sicherheitsrisiken trifft die Abteilung Corporate Security, die über ihr gruppenweites Netzwerk in engem Kontakt mit den lokalen Sicherheitsbehörden steht.
Rechtliche Risiken: Risiken aus möglichen Rechts- oder Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme, rechtliche Schulungsmaßnahmen und ein zentrales Vertragsmanagement.
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