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BASF Visual - Investor Relations

Interview mit dem Standortleiter Dr. Bernd Blumenberg:
Flüsse umgeleitet und kulturelle Brücken gebaut


Foto: Dr. Bernd Blumenberg
Dr. Bernd Blumenberg
Seit Juni laufen alle Anlagen, jetzt wurde der Verbundstandort Nanjing offiziell eröffnet. Online reporter sprach mit dem Präsidenten der BASF-YPC Company Limited, Standortleiter Dr. Bernd Blumenberg.

Vor vier Jahren bestellten hier noch Reisbauern ihre Felder. Wie war der Aufbau eines 220 Hektar großen Verbundstandortes in so kurzer Zeit möglich?



Die Unterstützung unserer beiden Muttergesellschaften - BASF und Sinopec - hat entscheidend dazu beigetragen. Außerdem hatten wir auf allen Ebenen großen Rückenwind von Seiten der chinesischen Regierung, die den Bau zum Projekt von nationaler Bedeutung erklärt hat.

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Wie sah der Aufbau konkret in der Praxis aus?



In Spitzenzeiten hatten wir technische Experten aus 22 Ländern - unter anderem viele aus Ludwigshafen, Antwerpen und anderen BASF-Standorten - sowie 15000 Bauarbeiter auf der Baustelle. Das alles war eine tolle Leistung des gesamten Teams, bei dem ich mich herzlich bedanke.

Wenn 22 Nationalitäten zusammenarbeiten gibt es doch bestimmt Reibereien, oder?



Probleme gab es weniger aufgrund unterschiedlicher Nationalitäten, als vielmehr aufgrund verschiedener Unternehmenskulturen bei den beteiligten Firmen: Da gab es staatliche Firmen und private, global Player und kleine lokale Unternehmen. Am Anfang traten wir da in ein paar Fettnäpfchen, aber danach hat alles gut funktioniert.

Wo lagen die Herausforderungen?



Es begann damit, das Gelände baureif zu machen und die nötige Infrastruktur zu schaffen. Wir mussten drei Flüsse - unter anderem Nebenflüsse des Jangtse - umleiten. Außerdem haben wir vier Millionen Kubikmeter Sand aus dem Fluss gepumpt, um das Werk durch Aufschüttung hochwassersicher zu machen. Außerdem haben wir einen Hafen gebaut, tausend Kilometer Rohrleitungen und 2000 Kilometer Kabel verlegt.

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Was ist mit der Qualität der Anlagen und den Sicherheitsstandards?



Sicherheit kommt zuerst. Wir haben beim Bau sehr viel Zeit darauf verwendet, eine gute Qualität der Anlagen sicherzustellen. Rund die Hälfte aller Apparate haben wir beispielsweise in China gekauft. Wir haben Qualitätsinspektoren direkt zu den Herstellern geschickt, um unsere hohen Anforderungen schon in der Produktion sicherzustellen. Anderes Beispiel: 520000 Schweißnähte waren zur Fertigstellung des Standorts nötig. Alle Schweißer wurden von uns geschult und trainiert. Mit Erfolg - was hier geleistet wurde, ist Weltstandard.

War es schwierig, qualifizierte Fachkräfte zu finden?



Hier hat uns unser großer chinesischer Partner Sinopec geholfen. Sie haben in ihren Anlagen genügend gut ausgebildetes Personal mit Chemieerfahrung.

Was verdienen die chinesischen Mitarbeiter hier?



Das hat sich in den letzten Jahren stark nach oben entwickelt. Mittlerweile verdienen die Leute hier bereits etwa ein Sechstel bis ein Fünftel des deutschen Niveaus. Unsere Monatsgehälter beginnen bei umgerechnet etwa 350 Euro. Alle Mitarbeiter erhalten darüber hinaus einen Bonus, der sich nach Unternehmenserfolg und persönlicher Leistung richtet.

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