 |
Interview: Warum braucht die BASF Nanjing, Herr Kreimeyer? |

|
Der integrierte Verbundstandort in Nanjing ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte der BASF: Insgesamt haben BASF und Sinopec hierfür 2,9 Milliarden US-Dollar investiert. Interview mit dem für Asien zuständigen Vorstandsmitglied Dr. Andreas Kreimeyer über Sinn und Zweck dieses Projekts.
|

Warum braucht die BASF einen Verbundstandort in China?
 Mit Wachstumsraten, die weit über dem Weltdurchschnitt liegen, hat sich China zu einer bedeutenden Volkswirtschaft und für einige Branchen zu einer globalen Produktionsplattform entwickelt. Für viele unserer Kunden spielt das Land damit eine wichtige strategische Rolle. Wir rechnen damit, dass China bis 2010 nach den USA der zweitgrößte nationale Chemiemarkt der Welt sein wird. Deshalb ist China für uns ein sehr attraktiver Markt mit hohem Zukunftspotenzial.
|

 |

Weshalb beliefert BASF den chinesischen Markt nicht einfach von anderen Standorten aus?
 Das tun wir heute zum Großteil. Mehr als 500 Millionen Euro unseres Umsatzes erwirtschaften wir mit Produkten aus Europa, insbesondere aus Ludwigshafen. Aber unsere ambitionierten Geschäftsziele können wir nicht allein auf Basis von Importen erreichen. Viele unserer Kunden erwarten von uns zeitnahe Belieferung und Vor-Ort-Service mit vor Ort gefertigten Produkten und Leistungen.
|

Welche Auswirkungen hat der neue Standort auf das Geschäft in China?
 Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass bis 2010 70 Prozent unseres Chemie-Umsatzes in Asien mit Produkten aus lokaler Produktion erzielt wird. Diesem Ziel sind wir mit der Eröffnung von Nanjing ein gutes Stück näher gekommen. Und nicht zuletzt: Mit dem Jointventure werden wir als chinesische Firma wahrgenommen. Die Tatsache, dass wir hier im Land investiert haben, unsere lokale Produktion ausbauen, Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen, verschafft uns ein viel besseres Image und macht uns erfolgreicher.
|

Müssen sich die Aniliner in Ludwigshafen jetzt vor der Konkurrenz aus Nanjing fürchten?
 Lassen Sie mich gleich ganz klar sagen: Wir sind nicht nach China gegangen, um von dort aus Europa zu beliefern. Die in Nanjing hergestellten Produkte sind zum ganz überwiegenden Teil für China bestimmt. Die dortige Nachfrage ist enorm.
|

 |
|
 |
|
|